2009-04-21: Einf├╝hrungstagung des ForscherGeist e.V., Bericht

Bericht ├╝ber die Einf├╝hrungstagung des Vereins ForscherGeist e.V.
am 21. April 2009
in Hannover

Ca. 30 Teilnehmer von verschiedenen Schulen aus Hochbegabtenf├Ârderungsverb├╝nden vor allem der nieders├Ąchsischen Regionen Hannover und Braunschweig trafen sich am 21. April 2009 in der Leibnizschule in Hannover.

Der neue Schulleiter der Leibnizschule, OStD Veith, begr├╝├čte Teilnehmer und Referenten in seinem Haus.

In einem einf├╝hrenden Gru├čwort sprach der Vorsitzende des Vereins ForscherGeist, Dr. Martin Stupperich, Oberstudiendirektor i. R., ├╝ber die Zielsetzungen der neuen Hochbegabtenf├Ârderungsinitiative. Es sei wichtig, angesichts des notorischen Mangels an Lehrerstunden f├╝r Zusatzaufgaben in den Schulen, einen Teil der schulischen Aktivit├Ąten in au├čerschulische Bereiche zu verlegen. Hier wolle ForscherGeist vermitteln. Zudem sei es notwendig, die M├Âglichkeiten der Eigenverantwortlichen Schule auszusch├Âpfen. Davon werde bislang allenfalls ansatzweise Gebrauch gemacht. Es sei wichtig, auch angesichts von Widerst├Ąnden innerhalb der Hochbegabtenf├Ârderungsschulen, die aktiven F├Ârderer unter den Kolleginnen und Kollegen von Seiten der Schulleitungen, der Schulbeh├Ârde und von dritter Seite nachhaltig zu unterst├╝tzen. ForscherGeist z├Ąhle sich zu dieser dritten Gruppe von Unterst├╝tzern. Die Tagung solle Wege aufzeigen, die zu einer solchen nachhaltigen Unterst├╝tzung f├╝hren k├Ânnten.

In das Gesamtkonzept von ForscherGeist f├╝hrte als Vorstandsmitglied OStR Matthias Behne, Hannover, ein. Er betonte zun├Ąchst die Ausrichtung der Arbeit von ForscherGeist. Diese sei gepr├Ągt durch Flexibilit├Ąt, Eigenst├Ąndigkeit, Intensit├Ąt und Verbindlichkeit. Dabei erl├Ąuterte er Flexibilit├Ąt als notwendige Bereitschaft Sch├╝lern in unb├╝rokratischer Weise helfend entgegenzukommen, wenn es um die Verwirklichung f├Ârderungsw├╝rdiger Projekte gehe. Es bedeute aber auch Flexibilit├Ąt im Umgang mit Projektpartnern aus Hochschule und Industrie sowie mit der Eigendynamik erfolgreicher Projekte. Eigenst├Ąndigkeit der Arbeit von Sch├╝lern bedeute nicht, Sch├╝ler allein zu lassen, sondern so zu begleiten, dass sie sich optimal entfalten k├Ânnen. Dazu geh├Âre die Vermittlung des notwendigen Handwerkszeuges. Der Begriff Intensit├Ąt verweise darauf, dass ein Erfolg nur dann beschieden sei, wenn einem Projekt hohe Priorit├Ąt einger├Ąumt werde. Schlie├člich gehe es nicht ohne Verbindlichkeit im Umgang miteinander. Hier habe es bislang schon Probleme gegeben, die letztlich nur durch Gespr├Ąche und Vereinbarungen verbindlicher Regeln zu l├Âsen seien.
Der Referent unterstrich die Zielsetzung der Gr├╝ndung von Kooperationskreisen in den Regionen.
Wie im Einzelnen gearbeitet werden solle und in welcher Reihenfolge bestimmte Schritte zu einem Projekt zu durchlaufen seien, das skizzierte der Referent in der Schlussphase seines Vortrags: Die Vorlaufphase werde in eine Projektbesprechung und eine Kooperationsvereinbarung m├╝nden. Die Sch├╝ler selbst seien dann gehalten einen Projektstrukturplan auszuarbeiten, der die Erarbeitungsphase bestimme. Schlie├člich stehe am Schluss stets eine wie auch immer geartete Pr├Ąsentation.

F├╝r die Hochschulen sprach sodann Prof. Dr. Erwin Stein, der sich aber vorerst auf seine eigene Hochschule, die Leibniz-Universit├Ąt Hannover, beschr├Ąnkte. Ausgehend vom ForscherGeist-Konzept schilderte er die Kooperationsm├Âglichkeiten von Schulen mit der Universit├Ąt im Rahmen von uniKIK. Frau Fedrich von uniKIK war anwesend. Insbesondere die Gau├č-AG plus/ Einsteins Enkelt├Âchter b├Âten geeignete Ans├Ątze. Als Aufgabe von ForscherGeist stellte er die Erarbeitung eines Kooperationskonzeptes zwischen Schule und Universit├Ąt heraus, das die Kompatibilit├Ąt der Vorgehensweisen intendiere. Es bed├╝rfe sowohl des Abschlusses einer Rahmenvereinbarung, als auch der Ausarbeitung konkreter Kooperationsvereinbarungen. W├╝nschenswert sei ein Berater-Ausschuss f├╝r jedes gef├Ârderte Projekt.

Sehr eindrucksvoll pr├Ąsentierten im Anschluss die Projektgruppen der Leibnizschule ihre konkreten Vorhaben, was den Teilnehmern eine lebendige Anschauung bot, welcher Art die Projekte sind, die ForscherGeist f├Ârdert. So f├╝hrte die Formel 1ÔÇôGruppe ihre Entwicklungen vor, die bei der wenige Tage sp├Ąter stattfindenden deutschen Meisterschaft getestet werden sollen. Die Gruppe ÔÇ×Geb├╝ndeltes LichtÔÇť f├╝hrte beeindruckende Experimente mit Laserstrahlen vor.

Im Anschluss daran sprach PD Dr. Hans-Georg Jacob von der Fa. TransTech Engineering in Hannover ├╝ber das Interesse der Industrie an der F├Ârderung von Hochbegabten und Hochinteressierten. Dies sei bereits eine wichtige Fr├╝hf├Ârderung ihres Nachwuchses und ein Weg, besonders geeignete sp├Ątere Mitarbeiter rechtzeitig zu erkennen und u. U. gezielt auch ├╝ber ein konkretes Projekt hinaus weiter zu f├Ârdern. Wenn auch noch nicht alle, so w├╝rden im Laufe der Zeit immer mehr Betriebe dies erkennen und so schon aus Eigeninteresse sich an der gezielten F├Ârderung hochbegabter und hochinteressierter Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler beteiligen.

Abschlie├čend sprach der Vertreter der Schulbeh├Ârde, Herr LRSD Bernd Ritter; ├╝ber die Chancen, die der neue Status als Eigenverantwortliche Schule mit sich bringe. Dies sollte insbesondere die anwesenden Schulleiter erreichen. Es war eine sehr aufmunternde Anrede an die Versammelten.

Die anschlie├čende Diskussion ergab auf Seiten der versammelten Kolleginnen und Kollegen einen hohen Grad an Zustimmung zu den von den ForscherGeist-Referenten vorgetragenen Ideen. Ein Auswertungsbogen der am Ende der Tagung ausgef├╝llt wurde, best├Ątigte diesen Eindruck auf der ganzen Linie.

 


 

Einladung

zu einer

Einf├╝hrungstagung des Vereins ForscherGeist e.V.
am 21. April 2009 um 16.00 Uhr
in der Leibnizschule Hannover, R├Ântgenstr. 8

Sehr geehrte Schulleiterinnen und Schulleiter,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Verein ForscherGeist e.V. f├╝hrt am 21. April 2009 in der Leibnizschule Hannover eine Tagung durch, die in die M├Âglichkeiten der Kooperation zwischen Schulen und Hochschulen oder Schulen und Industrie auf dem Sektor der Hochbegabtenf├Ârderung einf├╝hren soll. Wie Sie alle wissen, sind der F├Ârderung der Ihnen anvertrauten hochbegabten und hochinteressierten Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler aufgrund des vorherrschenden Mangels an Lehrerstunden in den Schulen enge Grenzen gesetzt. Viele Eltern hochbegabter Sch├╝ler klagen, dass die Schulen, die sich die F├Ârderung Hochbegabter auf die Fahne geschrieben h├Ątten, letztlich nicht in der Lage seien, ihren Kindern eine nachhaltige F├Ârderung angedeihen zu lassen. Hier will der Verein ForscherGeist e.V. helfen. In ForscherGeist e.V. sind Vertreter der Schulen, der Hochschulen und der Industrie verbunden, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Vermittlung von Hochbegabten und Hochinteressierten, die zus├Ątzliches geistiges "Futter" ben├Âtigen, in Projekte der Hochschulen und/oder der Industrie einzubinden und ihnen eigene Arbeitsm├Âglichkeiten zu er├Âffnen. Die Frage, wie dies im konkreten Alltag der Schulen aussehen kann, soll die leitende Fragestellung der Tagung sein.

G├Ąste aus dem MK ebenso wie der Schulbeh├Ârde werden anwesend sein.

Ich w├╝rde mich freuen, wenn die f├╝r die Hochbegabtenf├Ârderung zust├Ąndigen Kolleginnen und Kollegen Ihrer Schule ebenfalls an dieser Tagung teilnehmen k├Ânnten.

Mit freundlichen Gr├╝├čen,
Dr. Martin Stupperich, Vorsitzender

Grobskizze des Tagungsablaufs:

16.00 Uhr  Begr├╝├čung
Dr. Martin Stupperich, Oberstudiendirektor i.R.

16.15 Uhr Einf├╝hrung in das Konzept von ForscherGeist e.V.
   Matthias Behne, OStR, Leibnizschule Hannover

16.45 Uhr Praxisbeispiele
1. Beispiel einer Kooperation mit der Fachhochschule
    Sch├╝lergruppe der Leibnizschule Hannover
2. Beispiel einer Kooperation mit der Industrie
    Milad Mafi, Bismarckschule Hannover

17.15 Uhr Schulalltag und Kooperationsprojekte mit Hochschule und Industrie
Welche M├Âglichkeiten gibt es? Was kann die Schule an Ausnahmeregelungen leisten?
Welche Rahmenbedingungen der Schule sind unaufhebbar?
Prof. Dr. Erwin Stein, Leibniz-Universit├Ąt Hannover
PD Dr. Hans-Georg Jacob, Fa. TransTechEngineering, Hannover
LRSD Bernd Ritter, Landesschulbeh├Ârde Standort Hannover
MR' Margret Stobbe, Nieders├Ąchsisches Kultusministerium
Dr. Martin Stupperich, ehemals Leibnizschule

18.00 Uhr Diskussion: M├Âglichkeiten der Umsetzung in den Schulen

19.00 Uhr Ende der Tagung

 


Aufmerksame Zuhörer/innen im Sitzungssaal der Leibnizschule Hannover
Aufmerksame Zuhörer/innen im Sitzungssaal der Leibnizschule Hannover
Begrüßung durch Dr. Stupperich
Begrüßung durch Dr. Stupperich
Vorführung der Projektgruppe "Gebündeltes Licht"
Vorführung der Projektgruppe "Gebündeltes Licht"
Vorführung der Projektgruppe    "Formel 1"
Vorführung der Projektgruppe "Formel 1"
Dr. Jacob spricht über die Verbindung zur Industrie
Dr. Jacob spricht über die Verbindung zur Industrie